Wenn die Beine nicht mehr mitkommen, reist der Kopf: Virtuelle Ausflüge in der Akutgeriatrie Kittsee

Zwei Frauen sitzen vor einem Roll-up mit VR-Brillen in zwei roten Stühlen

Elisabeth Egger (li.) und Helga Schulla zeigten sich von den Erlebnisreisen begeistert.

Mithilfe von VR-Brillen entdecken Patient*innen der Klinik Kittsee spannende Orte und erleben neue Eindrücke – ganz bequem vom Patientenzimmer aus.

Auch wenn die körperliche Mobilität eingeschränkt ist, muss nicht auf spannende Reiseerlebnisse verzichtet werden. Dank Virtual-Reality-Brillen können Patient*innen nun – direkt vom Patientenzimmer aus – interessante Orte entdecken und in neue Welten eintauchen. In der Abteilung für Innere Medizin kommen seit Kurzem VR-Brillen von VitaBlick zum Einsatz. Sie bieten insbesondere Patient*innen des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation (AG/R) zwischen ihren Behandlungseinheiten eine willkommene Abwechslung zum Klinikalltag. Die VR-Brillen werden aber auch eingesetzt, um während der Verabreichung von belastenden Therapien, z.B.  Chemotherapien, abzulenken. Die virtuellen Reisen regen die Fantasie an, eröffnen neue Perspektiven und ermöglichen besondere Erlebnisse – auch dann, wenn die eigene Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.

„Ich war angenehm überrascht, vor allem, dass man alles so genau sieht – die Pyramiden, Stelen und alle Bauten. Ich liebe auch die Wüste und die Kamele“, schwärmt Elisabeth Egger aus Donnerskirchen. Die 74-Jährige bereiste virtuell Ägypten und hatte eine große Freude dabei, jene Orte, die sie schon in ihrer Jugend bereist hat, noch einmal hautnah zu erleben. 

Ähnlich enthusiastisch zeigte sich auch Helga Schulla (73) aus Zurndorf nach ihrem Ausflug in den Salzburger Zoo: „Es hat mir wirklich sehr gut gefallen, die ganzen Tiere – Affen, Zebras, Löwen – sie waren so lebensecht. Es war, als wäre man wirklich dort gewesen. Das Tropenhaus war faszinierend. Außerdem war es auch noch sehr informativ.“

CEO Schlechtleitner: „Holen ein Stück Welt ins Patientenzimmer“

„Dass eine Patientin mit 74 noch einmal vor den Pyramiden steht, die sie in jungen Jahren gesehen hat, berührt mich. Genau dafür machen wir das. Technik im Spital muss den Menschen etwas bringen, sonst brauchen wir sie nicht. Jeder von uns hat Menschen in der Familie, die nicht mehr so reisen können wie früher. Für Menschen mit Demenz oder für Menschen, die nicht mehr mobil sind und für die so eine Reise körperlich nicht mehr möglich wäre, holen wir damit ein Stück Welt ins Patientenzimmer. Das ist für mich gelebte Menschlichkeit und genau die Innovation, die ich mir für unsere Kliniken wünsche“, sagt Florian Schlechtleitner, CEO der Gesundheit Burgenland.

Die 360-Grad-Ausflüge der Firma VitaBlick entführen für jeweils 10 bis 13 Minuten in die unterschiedlichsten Welten. Insgesamt stehen mehr als 155 Erlebnisse aus den Kategorien Kultur, Entspannung, Natur, Religion und Tiere zur Auswahl. Das Angebot wird laufend erweitert.

„Die VR-Brille ist einfach zu bedienen: entweder durch die Blickrichtung oder durch ein Steuerungstablet, das von einer Betreuungsperson von außen bedient werden kann“, erklärt Pflegedirektorin Bettina Ziniel.

Der kaufmännische Direktor Dieter Feitek ergänzt: „Mit VitaBlick bringen wir digitale Innovation direkt zu unseren Patientinnen und Patienten. Der erste Einsatz in unserer Akutgeriatrie zeigt, wie wir moderne Technologie gezielt nutzen, um das Wohlbefinden zu fördern und unsere Patientenversorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

VR-Brillen-Reisen – die Vorteile

Eine Kurzreise mit VitaBlick birgt zahlreiche Vorteile:

  • Beruhigung und Ablenkung während unangenehmer Behandlungen (Infusionen und Spritzen)
  • Ablenkung reduziert Schmerzempfinden
  • Subjektive Verkürzung der Behandlungszeit
  • Angstreduktion vor und während Behandlungen
  • Erlebnisse und Ablenkung im Krankenhausalltag

Übrigens profitieren nicht nur Patientinnen und Patienten der Klinik von dem neuen Angebot. Die VR-Brillen stehen auch Mitarbeitenden in ihren Pausen zur Verfügung. Regelmäßige Kurztrips in die virtuelle Welt stärken die Resilienz und beugen Überlastung vor.