„Wir haben die erste Operation in Oberwart – den Ersatz einer Aortenklappe – Mitte März erfolgreich durchgeführt“, so Operateur Dr. Wolfgang Dietl. Der Herzchirurg wurde im November 2025 als interimistischer Leiter mit dem Aufbau der herzchirurgischen Abteilung betraut. „Was den Aufbau der Abteilung betrifft, haben wir in kurzer Zeit bereits viel erreicht. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Unser langfristiges Ziel ist der Aufbau eines Herz-Zentrums an der Klinik Oberwart mit jährlich bis zu 500 Operationen innerhalb der nächsten fünf Jahre.“ Dietl hat auch am gestrigen Hearing für die Primariatsstelle der neuen Abteilung teilgenommen – und ist auf Grund seines hervorragenden Konzepts als Erstgereihter hervorgegangen.
Warum eine Herzchirurgie?
Das Burgenland verfügte als eines von nur zwei Bundesländern über keine eigene Herzchirurgie. Burgenländische Patient*innen, die eine Herzoperation benötigten – egal ob Bypass, Herzklappenersatz oder Aortenchirurgie – mussten nach Wien, St. Pölten oder Graz transferiert werden. Gleichzeitig weist das Burgenland die höchste kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität aller österreichischen Bundesländer auf. Faktoren wie eine immer älter werdende Bevölkerung, der steigende Bedarf an Behandlungen im Bereich Herzmedizin und bestehende Versorgungslücken machten eine eigene Abteilung für Herzchirurgie im Burgenland notwendig. Mit der Gründung der Abteilung an der Klinik Oberwart ist nun erstmals eine eigenständige wohnortnahe Versorgung für die Region möglich. „Mit der neuen Herzchirurgie in Oberwart schaffen wir die Voraussetzungen, um auch akute und lebensbedrohliche Fälle rasch behandeln zu können“, betont Landeshauptmann Doskozil.
Die demographische Entwicklung, der zunehmende medizinische Bedarf an herzchirurgischen und kardiologischen Leistungen und ein bestehendes strukturelles Versorgungsdefizit würden die Abteilung für Herzchirurgie notwendig machen, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek, med. Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland „Gerade bei Herzerkrankungen können lange Wartezeiten oder Abweisungen schwerwiegende Folgen haben. Wir sind stolz darauf, dass die herzchirurgische Tätigkeit nun aufgenommen werden konnte, mit einem enormen Mehrwert für die Bevölkerung in der Region.“
Gute Vorarbeit
Vom Beginn der Vorbereitungsphase im Dezember 2025 bis zur ersten Operation im März 2026 wurde mit großem Engagement am Aufbau der neuen Abteilung gearbeitet. Die Klinik verfügt mittlerweile über sämtliche Voraussetzungen in den Bereichen Kardiologie, Intensivmedizin, Chirurgie, Labordiagnostik und bildgebende Diagnostik. Ab April 2026 wird mit Dr. Roland Toth Ph.D. ein zweiter Herzchirurg seinen Dienst in Oberwart antreten.
Die ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart, Priv.-Doz.in Dr.in Veronika Matzi, betont die erfolgreiche Zusammenarbeit aller beteiligten Bereiche: „Dank der hervorragenden und kompetenten Vorarbeit der vergangenen Monate konnte der herzchirurgische Betrieb mit entsprechender personeller und technischer Ausstattung – darunter Herz-Lungen-Maschine, ECMO und modernste OP-Instrumente – erfolgreich aufgenommen werden. Gerade in diesem sensiblen Bereich müssen viele Disziplinen nahtlos ineinandergreifen – und genau das funktioniert hier vorbildlich und auf höchstem professionellem Niveau.“ Primar Andreas Ochsenhofer, Abteilungsleiter der Inneren Medizin der Klinik Oberwart, ergänzt: „Es wird hier in Oberwart ein Herzzentrum entstehen, das einzigartig in Österreich ist. Vom gesamten Spektrum der interventionellen minimalinvasiven Kardiologie bis zu Operationen am offenen Herzen wird hier künftig alles abgedeckt.“




