MRT-Wartezeiten gehen zurück: Gesundheit Burgenland investiert in neue Geräte und eine neue Organisation

Medizinisches Personal versorgt Patient*in vor MRT-Untersuchung
Die durchschnittliche Wartezeit auf einen MRT-Termin ist im Burgenland laut Sozialversicherung binnen eines Jahres von 55 auf 38 Tage gesunken, deutlich stärker als im österreichweiten Schnitt von minus acht Tagen. Die Gesundheit Burgenland geht diesen Weg konsequent weiter, die Wartezeiten werden weiter reduziert: 2027 gehen zwei neue MRT-Geräte in Betrieb, die Reorganisation der radiologischen Versorgung ist bereits gestartet. Akutfälle sind von Wartezeiten grundsätzlich nicht betroffen.

Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Hans Peter Doskozil betont: „Die MRT-Wartezeiten sind ein wichtiges Thema, das wir bereits gezielt angegangen sind. Erst kürzlich wurde im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt ein neues MRT in Betrieb genommen, 2027 folgen zwei weitere Geräte in den Kliniken der Gesundheit Burgenland. Dazu kommt eine bessere, standortübergreifende Organisation der Untersuchungstermine. Wir haben schon einiges erreicht, aber der Ausbau unserer Gesundheitsversorgung geht nicht von heute auf morgen. Mir ist wichtig, dass die Menschen möglichst rasch und unkompliziert die medizinische Versorgung bekommen, die sie brauchen. Dafür sind moderne Geräte und ausreichend Kapazitäten notwendig – und genau dort investieren wir konsequent weiter.“

Im ersten Quartal 2027 geht an der Klinik Oberwart, dem Schwerpunktkrankenhaus des Landes, ein neues 3-Tesla-MRT in Betrieb. Im zweiten Quartal 2027 folgt an der Klinik Oberpullendorf ein eigenes 1,5-Tesla-MRT.

Zwei neue Geräte

Florian Schlechtleitner, CEO der Gesundheit Burgenland, verweist auf die bereits eingeleiteten Maßnahmen und die positive Entwicklung der Wartezeiten: „Die MRT-Wartezeiten waren eines der ersten Themen, die mich nach meinem Dienstantritt im Mai regelrecht angesprungen sind. Deshalb haben wir nicht auf die nächste Statistik gewartet, sondern sofort eine Verbesserung in die Wege geleitet. Mit den Wartezeiten bin ich immer noch nicht zufrieden, aber minus 17 Tage in einem Jahr zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Ab Mitte 2027 sei mit den neuen Geräten die Kapazität vorhanden, um den Bedarf im Land abzudecken, so Schlechtleitner weiter: „Lange Wartezeiten sind entweder ein Zeichen für fehlende Ressourcen oder für Abläufe, die nicht effizient genug sind. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Deshalb investieren wir in Geräte und arbeiten gleichzeitig an unserer Organisation. Nur eines von beiden würde nicht reichen.“

Klinikgrenze zählt künftig nicht mehr

Kern der Reorganisation ist eine klinikübergreifende Terminvergabe. Die vier Kliniken der Gesundheit Burgenland arbeiten dabei als ein System, freie Kapazitäten an einem Standort kommen allen Burgenländerinnen und Burgenländern zugute. Wer in Oberwart acht Wochen auf eine Untersuchung ohne Kontrastmittel wartet, bekommt in Kittsee derzeit in knapp zwei Wochen einen Termin. Bevormunden will Schlechtleitner dabei niemanden. Der CEO betont: „Die Klinikgrenze zählt künftig nicht mehr. Ein freier Termin in einer unserer Kliniken ist ein Termin für das ganze Land. Die Entscheidung liegt aber bei den Patientinnen und Patienten: regional oder überregional, dafür aber schneller.“

Akutfälle warten nicht

Die veröffentlichten Wartezeiten gelten ausschließlich für planbare ambulante Untersuchungen mit ärztlicher Zuweisung. Wer verletzt oder mit akuten Beschwerden in eine Klinik der Gesundheit Burgenland kommt, wird in der Notfall- bzw. Unfallambulanz sofort versorgt. Ist eine MRT-Untersuchung medizinisch dringend, erfolgt sie unmittelbar und unabhängig von jeder Warteliste. Dringliche Zuweisungen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte werden vorgereiht. Auch die Sozialversicherung weist in ihrer Erhebung für dringende Fälle keine Wartezeiten aus, weil die zuweisenden Ärztinnen und Ärzte diese Termine direkt mit dem Institut vereinbaren.

Wo die Wartezeiten entstehen

Die Erhebung der Sozialversicherung umfasst österreichweit 83 Vertragsinstitute und Kassengeräte in Spitälern und misst die Wartezeit für drei Körperregionen: Oberbauch, Knie und Lendenwirbelsäule. Am längsten warten Patientinnen und Patienten österreichweit mit knapp 30 Tagen auf eine Untersuchung des Oberbauchs, die in der Regel mit Kontrastmittel erfolgt. Für das Knie sind es 15 Tage, für die Lendenwirbelsäule 17. Kassengeräte in Spitälern haben laut Sozialversicherung mit 25,4 Tagen österreichweit längere Wartezeiten als niedergelassene Institute mit 19 Tagen, und die Werte auf Bundesländerebene beruhen auf kleinen Fallzahlen. Im Burgenland tragen die Kliniken der Gesundheit Burgenland einen wesentlichen Teil der ambulanten MRT-Versorgung. Die Gesundheit Burgenland veröffentlicht die Wartezeiten ihrer drei MRT-Standorte laufend: Termine - Gesundheit-Burgenland

„Die Zahlen zeigen zweierlei. Ohne Kontrastmittel bekommen die Menschen in Kittsee und Güssing rasch einen Termin. Bei Untersuchungen mit Kontrastmittel, die länger dauern und ärztliche Anwesenheit brauchen, ist die Wartezeit vor allem in Oberwart noch zu lang. Genau dort setzen wir mit dem neuen 3-Tesla-Gerät und der Reorganisation an“, so Schlechtleitner.

Nächste Erhebung als Messlatte

Die Sozialversicherung wird die Wartezeiten auch im kommenden Jahr erheben. „Ich lasse mich daran messen. Bei der nächsten Erhebung will ich das Burgenland nicht mehr am Ende der Liste sehen. Das sind wir den Burgenländerinnen und Burgenländern schuldig“, so Schlechtleitner.