Langes Warten auf überlebenswichtige OP in Wien und Graz – Herzchirurgie Oberwart schafft Abhilfe

Die Klinik Oberwart von vorne
Österreich ist in Bezug auf die Herzchirurgie aktuell unterversorgt. Das beweist ein Blick auf die Wartezeiten am Ende des vergangenen Jahres am AKH oder am LKH UK Graz. Hier schließt die Herzchirurgie der Klinik Oberwart eine Versorgungslücke für die Patient*innen – weil im Burgenland der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Bürokratie. Der von LH Hans Peter Doskozil eingeschlagene Weg für eine wohnortnahe Spitzenmedizin wird weitergegangen.

Wer eine Herzoperation benötigt, steht aus medizinischer Sicht unter großem Zeitdruck. Im Herbst 2025 betragen die Wartezeiten dafür am AKH in Wien 6 bis 8 Monate, in Graz wartete man ein Jahr und länger. „Wenn Patientinnen und Patienten nicht rechtzeitig herzchirurgisch versorgt werden können, kann das Menschen in akute Lebensgefahr bringen – und zwar weil Österreich in der Herzchirurgie strukturell unterversorgt ist“, bringt es Prim. Dr. Andreas Ochsenhofer, MBA, Abteilungsleiter Innere Medizin 1 – Kardiologie und Nephrologie in der Klinik Oberwart, auf den Punkt.

Für viele leidgeplagte Menschen im Land heißt es „Warten“

Doch nicht nur bei komplexen Untersuchungen wie Koronarinterventionen sind die Wartezeiten zu lang. Auch bei sogenannten TAVI-Eingriffen (minimal-invasiver Aortenklappenersatz) sollte binnen 2 bis 3 Monaten operiert werden. Die Wartezeiten in Wien und Graz: 6 bis 9 Monate bzw. 9 bis 12 Monate. Bei elektiven Herzoperationen (z.B. Bypass-Operationen) zeigt sich dasselbe Bild: Hier müssen Patient*innen zwischen 4 und 9 Monate auf einen (überlebens)wichtigen Eingriff warten.

Ein Blick auf die Warteliste in der Klinik Oberwart aus dem Jahr 2025 unterstreicht dieses Bild: Hier finden sich Patient*innen, die eigentlich über einen Heart-Team Beschluss zwischen Spezialist*innen aus Oberwart und dem AKH-Wien ebendort vorstellig geworden sind – mit Erkrankungen, die eine dringende Versorgung benötigt hätten. Allerdings wurden dort Termine teilweise abgesagt, mehrfach verschoben oder gar nicht erst vergeben, weshalb sich die Patient*innen verzweifelt an die Kardiologie in Oberwart gewandt haben. Patientenanfragen steirischer Patient*innen an die Klinik Oberwart aufgrund langer Wartezeiten in Graz bestätigen den dortigen Versorgungsengpass.

Ein Schlag ins Gesicht für Betroffene

Die Behauptung, wonach an einer Herzchirurgie im Burgenland kein Bedarf bestünde, ist also ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen. Der Bund ist seiner Aufgabe, für eine adäquate Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu sorgen, bislang nicht nachgekommen. Das Burgenland sieht es daher in seiner Verantwortung, die Gesundheitsversorgung innerhalb des Bundeslandes selbst auszubauen.

Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek, medizinischer Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland: „Das Ministerium geht in seinem Plan von falschen Zahlen aus. Das Modell berücksichtigt unter anderem auch nicht, dass die diagnostischen Leistungen in den Kliniken der Gesundheit Burgenland laufend erhöht werden, was automatisch zu mehr herzchirurgischen Eingriffen führt.“

Höchste Sterblichkeit wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Burgenland

Ebenfalls zu beachten ist, dass das Burgenland im österreichweiten Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Inzidenz und Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweist. Laut bgld. Gesundheitsbericht 2017-2021 liegt die kardiovaskuläre Sterblichkeit im Burgenland mit 421,1 Todesfällen pro 100.000 Einwohner*innen, gegenüber 365,1 im Österreich-Schnitt, ganze 15,3% höher.

Da die Menschen immer älter werden, wird auch der Bedarf an herzchirurgischen Eingriffen in den kommenden Jahren weiter steigen. Doch schon jetzt besteht ein strukturelles Versorgungsdefizit. Der Österreichische Strukturplan Gesundheit weist in seiner Berechnung eine Unterversorgung von 2,9 Millionen Menschen auf. Die Frage ist also nicht, ob es mehr Herzchirurgien braucht, sondern wo. Und die von Landeshauptmann Doskozil in Oberwart initiierte Herzchirurgie leistet somit einen wesentlichen Beitrag, diese Versorgungslücke zu schließen.

Herzchirurgie: Fallzahlen sind vorhanden

Anhand der wissenschaftlich nachgewiesenen Bevölkerungsentwicklung können zudem die international gültigen notwendigen Fallzahlen von zumindest 250 Eingriffen jährlich in Oberwart erfüllt werden. Daten aus dem Register der European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) belegen, dass die jährliche Durchführung von 250 bis 500 Herzoperationen eine ausreichend stabile Ergebnisqualität liefert. „Wir haben schon im Vorjahr gesehen, dass die Zahl der Patientinnen und Patienten, die eine Operation benötigen, dynamisch steigt. Für die Burgenländerinnen und Burgenländer ist in den kommenden Jahren ein Bedarf von 500 jährlichen Eingriffen absolut realistisch“, so Kriwanek weiter.

Die im Rahmen des Konzepts „Abteilung Herzchirurgie Oberwart“ vorgelegte Analyse der bis Ende 2029 prognostizierten, konventionell-herzchirurgischen Fallzahlen stützt sich dabei im Wesentlichen auf die Analyse der Patientenströme in den DIAG-Daten (Diagnose- und Leistungsdokumentation) der Jahre 2023-2025: Im Jahr 2025 bestand bereits ein Bedarf von über 500 Eingriffen, die eine herzchirurgische Abteilung bzw. ein herzchirurgisches Backup voraussetzen. Zusätzlich ist die Erweiterung des operativen Spektrums auf die Thoraxchirurgie geplant, damit würden die Operationszahlen nochmal signifikant steigen.

Bestmögliche Versorgung für alle

Die Gesundheit Burgenland ist überzeugt, dass der Bedarf an einer Herzchirurgie in Oberwart gegeben ist. Sie erfüllt bereits alle strukturellen und technischen Voraussetzungen. Auch der beigezogene nichtamtliche und unabhängige Sachverständige hat im Rahmen des Bewilligungsverfahrens festgestellt, dass die Herzchirurgie in Oberwart aufgrund der Größe der Ostregion die Anforderungen auf ein Einzugsgebiet von zumindest 800.000 Personen erfüllt.

Die Herzchirurgie an der Klinik Oberwart steht Patientinnen und Patienten aus allen Bundesländern offen. Aufgrund der geografischen Nähe ist mit einem entsprechenden Anteil an Patient*innen aus der Steiermark und aus Niederösterreich zu rechnen. Im Mittelpunkt steht die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung insgesamt. Die Gesundheit Burgenland fragt nicht nach dem Meldezettel. Es geht um Spitzenmedizin in Wohnortnähe, die besonders wichtig ist, wenn es strukturelle Versorgungsdefizite gibt. Im Burgenland stehen die Patient*innen im Vordergrund und nicht die Bürokratie – hier werden Kapazitäten ausgebaut während anderswo Gastpatient*innen abgewiesen und Spitäler geschlossen werden.