Klinik Oberwart: Kapselendoskopie für präzise Bilder aus dem Darm

Primaria Janisch mit dem Patienten
Kürzlich wurde in der Klinik Oberwart erstmals erfolgreich eine Kapselendoskopie durchgeführt. Dabei schluckt der/die Patient*in lediglich eine Kapsel, welche im Inneren des Darms hochauflösende Bilder anfertigt.

Die Kapselendoskopie ermöglicht die Untersuchung jener Abschnitte des Dünndarms, die mit einer herkömmlichen Magen- oder Darmspiegelung nicht oder nur eingeschränkt eingesehen werden können. Dabei schluckt die Patientin bzw. der Patient eine kleine Kapsel, die mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattet ist. Während ihres natürlichen Weges durch den Verdauungstrakt nimmt sie mehrere tausend Bilder auf, die anschließend von Spezialist*innen ausgewertet werden.

Mit zahlreichen Maßnahmen wie dem neuen Angebot werde die burgenländische Gesundheitsoffensive Schritt für Schritt umgesetzt, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: „Wir investieren in moderne Medizin, weil die Burgenländerinnen und Burgenländer bestmöglich versorgt sein sollen. Es geht dabei um jeden einzelnen Patienten und jede Patientin, daher braucht es hochwertige medizinische Angebote direkt vor Ort. Mit der Kapselendoskopie in der Klinik Oberwart haben wir nun eine innovative und schonende Alternative zu Magen-Darmspiegelungen.“

Schonende Alternative zur Magen- und Darmspiegelung

Die Untersuchung kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn trotz einer Magen- und Darmspiegelung keine eindeutige Ursache für Beschwerden oder Blutungen gefunden werden konnte. Darüber hinaus liefert sie wichtige Erkenntnisse bei der Abklärung von Morbus Crohn, Eisenmangel, Malabsorptionssyndromen oder zum Ausschluss von Erkrankungen des Dünndarms. Das Verfahren ist für die Patient*innen besonders schonend und ermöglicht häufig eine raschere und zielgerichtetere Diagnosestellung.

„Die Kapselendoskopie stellt einen wichtigen Fortschritt in der Diagnostik von Dünndarmerkrankungen dar. Sie ermöglicht uns, einen Darmabschnitt zu untersuchen, der mit den klassischen endoskopischen Verfahren nur schwer zugänglich ist. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das eine präzisere und gleichzeitig besonders schonende Abklärung. Dass wir diese Untersuchung erstmals an der Klinik Oberwart und gleichzeitig als erste Klinik innerhalb der Gesundheit Burgenland anbieten können, freut mich besonders“, betont Primaria Birgit Janisch, Leiterin der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Klinik Oberwart.

Breites Leistungsspektrum der noch jungen Abteilung

Die Einführung der Kapselendoskopie ist Teil des kontinuierlichen Ausbaus der gastroenterologischen Versorgung im Burgenland. Erst im Februar dieses Jahres wurde die eigenständige Abteilung für Gastroenterologie unter der Leitung von Primaria Janisch etabliert. Mit ihren umfassenden Spezialisierungen und modernen diagnostischen sowie therapeutischen Verfahren ergänzt sie das medizinische Angebot wesentlich.

Ein weiteres innovatives Verfahren wird bereits seit einigen Monaten angeboten: die FibroScan-Untersuchung. Das schmerzfreie und nicht-invasive Verfahren ermöglicht die Messung der Lebersteifigkeit sowie des Leberfettgehalts und spielt eine wichtige Rolle bei der Früherkennung und Verlaufskontrolle chronischer Lebererkrankungen. Dadurch können Erkrankungen häufig bereits in einem frühen Stadium erkannt und entsprechende Therapien rechtzeitig eingeleitet werden.

„Mit der neuen Abteilung für Gastroenterologie verfolgen wir das Ziel, das gesamte Spektrum moderner gastroenterologischer Diagnostik und Behandlung zu etablieren. Die Einführung von FibroScan und nun auch der Kapselendoskopie zeigt, dass wir unseren Patientinnen und Patienten innovative Untersuchungsmethoden direkt vor Ort anbieten können. Das erspart vielfach weite Wege und gewährleistet gleichzeitig eine medizinische Versorgung auf hohem fachlichem Niveau“, sagt Stephan Kriwanek, med. Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland.