Schwere und geschwollene Beine, Schmerzen, Juckreiz oder Muskelkrämpfe: Varizen zählen zu den häufigsten Venenerkrankungen. Schätzungen zufolge leiden rund ein Drittel aller Menschen in Österreich an Krampfadern. Werden diese nicht rechtzeitig behandelt, können sie schwere Erkrankungen wie Venenthrombosen, Geschwüre oder offene Beine zur Folge haben.
Auch in der Klinik Kittsee werden Krampfadern behandelt. Standardmäßig ist dies mithilfe einer Laserbehandlung üblich. „Für Menschen, die entweder keine Kompression vertragen, bei denen es anatomisch nicht möglich ist oder die Probleme mit einer Anästhesie haben, gibt es die Möglichkeit eines besonders schonenden Eingriffs“, erklärt OA Dr. Jan Danko, PhD, MPH. Er ist jener Chirurg, der die minimalinvasive Behandlung in der Klinik Kittsee durchführt. „Dabei wird die Vene verklebt anstatt verbrannt. Das umliegende Gewebe wird so geschont. Das Verfahren kommt ohne großflächige Betäubung entlang der Vene aus und die Betroffenen können sofort zu normalen Aktivitäten zurückkehren“, so der Chirurg weiter. Da der verwendete Klebstoff die Vene in nur wenigen Minuten verschließt, entfällt das Tragen von Kompressionsstrümpfen komplett. Dies erleichtert den Erholungsprozess enorm.
Die Behandlung im Detail
Die betroffene Vene wird mit Hilfe von Ultraschall genau lokalisiert. Nach einer örtlichen Betäubung der Einstichstelle wird eine Nadel in die Vene eingeführt, über die ein Katheter vorgeschoben wird, um den Klebstoff einzuspritzen. Danach wird der Katheter schrittweise zurückgezogen und so die Vene schmerzfrei mit dem Klebstoff gefüllt. Das umliegende Gewebe wird kaum traumatisiert, da keine weiteren Einschnitte nötig sind. „Schon nach 15 Minuten ist der Eingriff fertig. Nicht einmal die Einstichstelle muss vernäht werden, ein Pflaster reicht“, betont OA Dr. Jan Danko.
Das Verfahren ist besonders effektiv bei der Behandlung chronischer Veneninsuffizienz. Der spezielle Klebstoff versiegelt die Venenwände und verhindert den Blutfluss durch die erkrankten Venen. Das führt zu besonders langanhaltenden Ergebnissen und einer deutlichen Reduktion der Symptome venöser Erkrankungen. Zur Anwendung kommt die Behandlung nach entsprechender Diagnose. „Sie ist leider mit mehreren hundert Euro pro Anwendung deutlich teurer als übliche Behandlungsmethoden“, gibt der Arzt zu bedenken. Für Patientinnen und Patienten mit gewissen Vorerkrankungen sei sie jedoch oft die einzige Möglichkeit, Krampfadern zu behandeln.
Auch in allen weiteren Kliniken der Gesundheit Burgenland werden Varizen-Behandlungen bei entsprechenden Voraussetzungen der Patient*innen zumeist mit schonenden Lasermethoden durchgeführt. Diese sind auch in Lokalanästhesie möglich.

