Der Fachschwerpunkt Urologie an der Klinik Kittsee baut seine Kompetenz im Bereich der endourologischen Chirurgie durch den Einsatz innovativer Technologien weiter aus. Seit Mai steht dem Team ein hochmodernes High-Power-Holmium:YAG-Lasersystem zur Verfügung. Das neue System kommt sowohl bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) als auch in der modernen Steintherapie zum Einsatz. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet dies vor allem schonendere Eingriffe mit weniger Blutungskomplikationen, kürzere Katheterliegezeiten und eine raschere Erholung. In den meisten Fällen ist bereits am ersten Tag nach dem Eingriff eine Entlassung nach Hause möglich“, erklärt der Leiter des Fachschwerpunktes Urologie, OA Dr. Dr. Karl Georg Sommer, BSc, FEBU.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont: „Die urologische Versorgung der Bevölkerung wird auch in der künftigen Klinik Gols eine zentrale Rolle spielen. Das neue Lasersystem in Kittsee und die Expertise des Teams rund um Oberarzt Dr. Dr. Karl Georg Sommer stehen für medizinischen Fortschritt und höchste Versorgungsqualität. Mit der technischen Modernisierung stärken wir unsere Gesundheitsoffensive im Norden des Burgenlandes und schaffen spürbare Vorteile für Patientinnen und Patienten.“
Mit dem neuen Lasersystem kann die Klinik Kittsee nun das gesamte Spektrum der modernen Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) anbieten. Dieses Verfahren gilt international als einer der führenden Standards zur operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. „Wir können mit dem Hochleistungslaser auch größere Prostatavolumina effizient und sicher behandeln. Die Operationszeiten verkürzen sich, während gleichzeitig die langfristigen Behandlungsergebnisse verbessert werden. Offene Operationen können dadurch in den allermeisten Fällen vermieden werden“, so Sommer.
Neben den Vorteilen für die Patientinnen und Patienten bietet das neue System auch infrastrukturelle Verbesserungen. Durch den integrierten Morcellator, mit dem das entfernte Prostatagewebe zerkleinert und abgesaugt wird, ist nur noch ein kompaktes Gerät im Operationssaal erforderlich. Dies erleichtert die Organisation der Abläufe und schafft zusätzliche Flexibilität – insbesondere in kleineren Operationsräumen. „Die Neuanschaffungen ergänzen unser bereits jetzt exzellentes Angebot in der Behandlung der benignen Prostatahyperplasie und ermöglichen die Implementierung modernster international etablierter Behandlungsstandards“, betont auch der medizinische Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland, Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek.
Die Vorteile im Überblick
Verbesserte Blutstillung: Die präzise Laserenergie ermöglicht eine effektive Blutstillung während der Operation. Dadurch werden Blutungskomplikationen reduziert und auch Patient*innen mit erhöhtem Blutungsrisiko können häufig sicher behandelt werden.
Kürzere Operationszeiten: Die höhere Leistung und Frequenz ermöglichen effizientere Eingriffe und verkürzen die Gesamtoperationsdauer.
Leistungsstarke Steintherapie: Nieren-, Harnleiter- und Blasensteine können rasch und präzise behandelt werden – auch bei größerer Steinlast.
Hohe Flexibilität der Behandlung: Je nach Steinart und klinischer Situation können Steine entweder in feine Partikel („Dusting“) zermahlen oder gezielt in größere Fragmente für die direkte Bergung zerlegt werden.
Verbesserte Behandlungsergebnisse: Durch die effiziente Steinzerkleinerung können hohe Steinfreiheitsraten erreicht und gegebenenfalls Folgeeingriffe reduziert werden.
Weitere Neuanschaffungen erweitern das Behandlungsspektrum
Zusätzlich wurde die technische Ausstattung im Bereich der transurethralen Chirurgie um besonders feine Instrumente für sogenannte Slim- bzw. Mini-HoLEP-Verfahren erweitert. Dabei werden die Instrumente über die Harnröhre eingeführt. „Die kleineren Instrumentendurchmesser ermöglichen besonders schonende Eingriffe und reduzieren die Belastung für die Harnröhre. Gleichzeitig eröffnen sie neue Behandlungsmöglichkeiten bei Patienten mit Harnröhrenverengungen, etwa bei der operativen Entfernung von Blasentumoren“, erklärt Sommer.
Neben dem Ausbau der Laserchirurgie erweitert die Klinik Kittsee künftig auch ihr Angebot an minimal-invasiven Therapieverfahren für Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung. Mit der sogenannten Rezum-Therapie können Harnabflussstörungen, die meist durch eine vergrößerte Prostata verursacht werden, schonend behandelt werden. Dabei wird Wasserdampf gezielt in das Prostatagewebe eingebracht, wodurch überschüssiges Gewebe reduziert wird.
Der Vorteil: Der Eingriff kann häufig auch bei Patienten durchgeführt werden, die blutverdünnende Medikamente einnehmen. Zudem ist in vielen Fällen lediglich eine leichte Sedierung mit Schmerztherapie erforderlich, sodass auf eine Vollnarkose verzichtet werden kann. Die Methode stellt darüber hinaus eine attraktive Alternative zur dauerhaften medikamentösen Therapie dar – insbesondere für Patienten, die ihre Ejakulationsfunktion erhalten möchten.
Mit diesen Investitionen stärkt die Klinik Kittsee ihre Rolle als regionales Kompetenzzentrum für moderne endourologische Eingriffe, innovative Steintherapie und zeitgemäße Behandlungsverfahren bei Erkrankungen der Prostata.

