Herzchirurgie Oberwart bleibt auf Kurs: Erfolgreiche erste Phase abgeschlossen

LH Doskozil und das Team der Herzchirurgie bzw. Herz-Abteilung in Oberwart
Nach sechs Monaten Aufbauarbeit geht die Herzchirurgie mit 1. Oktober in die nächste Phase – Ausbau zur Vollabteilung und zu einem regionalen Herzzentrum.

Die Herzchirurgie an der Klinik Oberwart geht mit 1. Oktober planmäßig in die zweite Phase ihres Aufbaus. Die Etablierungsphase der Abteilung ist erfolgreich abgeschlossen, die Voraussetzungen für den Übergang zur nächsten Phase sind erfüllt: Team und Infrastruktur stehen, die Abläufe sind etabliert und die Voraussetzungen für den nächsten Entwicklungsschritt sind erfüllt. Die bisherige Bilanz: hohe Standards und null Mortalität als Ausdruck medizinischer Qualität, steigende Nachfrage, Patientinnen und Patienten auch aus anderen Bundesländern und der Abbau bestehender Wartelisten. „Nach sechs Monaten zeigt sich ganz konkret, dass die Herzchirurgie gebraucht wird. Patientinnen und Patienten werden erfolgreich behandelt, Wartezeiten konnten abgebaut werden und die Nachfrage ist da. Unser Ziel ist eine starke und moderne Versorgung für die Menschen im Burgenland. Deshalb bauen wir die Herzchirurgie in Oberwart weiter aus und führen sie gemeinsam mit der Kardiologie Schritt für Schritt zu einem regionalen Herzzentrum“, sagt Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Hans Peter Doskozil.

Die ersten sechs Monate standen im Zeichen des Aufbaus des herzchirurgischen Teams, der Infrastruktur und der notwendigen Abläufe. Etabliert wurden unter anderem die Zusammenarbeit mit Kardiologie, Anästhesie und Intensivmedizin, die herzchirurgische Rufbereitschaft sowie standardisierte Abläufe und Qualitätskontrollen. „Wir haben in den vergangenen sechs Monaten die Strukturen aufgebaut und das Team eingespielt. In der ersten Phase konnten wir bereits 41 Patientinnen und Patienten erfolgreich herzchirurgisch behandeln. Gleichzeitig kommen derzeit drei bis vier Patientinnen und Patienten pro Woche dazu“, erklärt Primar Dr. Wolfgang Dietl, Leiter der Herzchirurgie an der Klinik Oberwart. Die Entwicklung zeigt auch, dass das zusätzliche Angebot angenommen wird: Neben Patientinnen und Patienten aus dem Burgenland werden mittlerweile auch Menschen aus anderen Bundesländern in Oberwart behandelt. Bestehende Wartelisten konnten reduziert und notwendige Eingriffe schneller durchgeführt werden.

Ab 1. Oktober: Nächster Schritt zur Vollabteilung

Mit 1. Oktober beginnt die zweite, wiederum sechs Monate dauernde Phase. „Die erste Phase hat gezeigt, dass die Strukturen funktionieren. Jetzt bauen wir das operative Spektrum aus und erhöhen die Kapazitäten auf vier Herz-Lungen-Maschinen-Einsätze pro Woche, die stationäre Versorgung wird auf acht Betten erweitert. Gleichzeitig verstärken wir die personellen Strukturen und schaffen die Voraussetzungen für die nächsten Entwicklungsschritte“, sagt Prof. Stephan Kriwanek, Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland. Neben der Erweiterung des Spektrums mit kombinierten und dringlichen Eingriffen sollen auch strukturierte Qualitätsmanagement-Reviews stattfinden, die Ausbildungsstelle besetzt werden und ein zusätzlicher Facharzt rekrutiert werden. 

Im ersten Jahr sind insgesamt rund 100 bis 130 herzchirurgische Eingriffe vorgesehen. Gleichzeitig wird das Leistungsspektrum weiter schrittweise ausgebaut. Neben den bisher etablierten elektiven Eingriffen sollen zunehmend auch kombinierte und dringliche Eingriffe möglich werden. „Mit der zweiten Phase wird aus der erfolgreichen Etablierung der nächste konkrete Entwicklungsschritt. Wir schaffen die Voraussetzungen für mehr operative Kapazität, ein breiteres Eingriffsspektrum und die weitere personelle Verstärkung. Damit kommen wir dem Ziel einer voll ausgebauten Herzchirurgie in Oberwart Schritt für Schritt näher“, so der Geschäftsführer. 

Herzchirurgie und Kardiologie wachsen zusammen

Ein zentraler nächster Schritt ist die noch engere Verbindung von Herzchirurgie und Kardiologie. Gerade bei interventionellen Verfahren wie TAVI ist die Herzchirurgie ein wesentliches Backup. Seit dem Start der Herzchirurgie wurden am Standort mehr als 100 TAVI-Eingriffe durchgeführt, bei denen die herzchirurgischen Strukturen gesetzlich als Backup zur Verfügung stehen müssen, 24 weitere sind bereits in Planung. Damit wird die bestehende kardiologische Versorgung am Standort um einen wichtigen Baustein ergänzt und die Grundlage für die weitere Entwicklung zu einem starken regionalen Herzzentrum geschaffen. „Kardiologie und Herzchirurgie gehören bei der Versorgung komplexer Herzerkrankungen eng zusammen. Auch bei TAVI zeigt sich, welchen konkreten Mehrwert die neue Herzchirurgie für den gesamten Standort bringt“, so Primar Dietl.

LH Doskozil abschließend: „Für uns ist klar: Die Menschen im Burgenland sollen die notwendige herzmedizinische Behandlung möglichst rasch und in hoher Qualität bekommen. Die Entwicklung der vergangenen sechs Monate zeigt, dass wir dafür in Oberwart die richtigen Strukturen geschaffen haben. Schrittweise bauen wir dieses wichtige Angebot für die Bevölkerung weiter aus.“