Zum Frauentag am 8. März: Die Gesundheitsversorgung ist weiblich

Drei Frauen stehen in einem Labor und schauen auf einen Bildschirm
Pflege, Therapie, Organisation und große Teile der medizinischen Behandlung liegen bei der Gesundheit Burgenland in den Händen von Frauen.

Die aktuelle Auswertung der Personalstruktur bei der Gesundheit Burgenland anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) zeigt ein klares Bild: Die Gesundheitsversorgung wird überwiegend von Frauen getragen. Sie sichern täglich Qualität und Kontinuität im Gesundheitssystem – wo besondere Empathie gefragt ist. Insgesamt sind 2.013 von 2.694 Beschäftigen im Unternehmen weiblich. Das entspricht 74,72 %, also fast drei Viertel.

Stark vertreten bei Führungskräften

Unter den Primariatsstellen liegt der Frauenanteil bereits bei 42,31 % (11 von 26). Bei den Kollegialen Führungen der vier Kliniken sind derzeit fünf von 12 Positionen weiblich. In der Direktion in Eisenstadt sind drei (Personal, Finanzen und Projekt- und Prozessmanagement) von sieben Bereichen von Frauen besetzt. Im ärztlichen Bereich zeigt sich ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis: 224 Ärztinnen (46,67 %) stehen 256 Ärzten (53,33 %) gegenüber – ein klares Zeichen für den langfristigen Wandel in der Medizin.

Mag. Franz Öller, MBA, MPH, kaufmännischer Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland: „Nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern das ganze Jahr über ist es uns ein zentrales Anliegen, Frauen vielfältige Karrieremöglichkeiten und Arbeitsplätze zu bieten, an denen sie ihr Potenzial voll entfalten können. Die Gesundheit Burgenland schafft dafür gezielt die passenden Rahmenbedingungen – damit Familie und Beruf bestmöglich vereinbar sind und unsere Mitarbeiterinnen zufrieden, motiviert und erfolgreich arbeiten können. Ein konkretes Beispiel dafür ist der Betriebskindergarten an der Klinik Oberwart, der weiter ausgebaut wird und berufstätige Eltern im Alltag spürbar entlastet.“

Personaldirektorin Mag.a (FH) Helene Sommer-Keckeis, LL.M.: „Besonders in der Pflege, Therapie, im medizinisch-technischen Dienst und in der Verwaltung tragen Frauen maßgeblich die Qualität und Stabilität unseres Systems. Gleichzeitig sehen wir erfreuliche Entwicklungen in Führungsfunktionen und im ärztlichen Bereich – ein klares Zeichen dafür, dass Frauen zunehmend Verantwortung auf allen Ebenen übernehmen. Als Personalverantwortliche ist es mein Anspruch, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Leistung anerkennen, Entwicklung ermöglichen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nachhaltig stärken.“ Sommer-Keckeis selbst ist Mutter eines vierjährigen Sohnes.

Frauen prägen nahezu alle Berufsgruppen im Gesundheitsbereich

Besonders deutlich zeigt sich der Frauenanteil in den patientennahen Bereichen: Die diplomierte Krankenpflege ist zu 88,64 % (796 Frauen von 898) in weiblicher Hand. Pflegeassistenzberufe werden zu 74,07 % von Frauen (220 von 297) ausgeübt. Der Therapiebereich (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) schafft es sogar auf 88,71 % Frauenanteil (55 von 62). Der medizinisch-technische Dienst ist zu 86,01 % (123 Frauen von 143) in weiblicher Hand, die Verwaltung zu 73,62 % (508 Frauen von 690). 100 % der Hebammen sind Frauen (27 von 27). Gerade in jenen Tätigkeiten, die unmittelbare Betreuung, Pflege und persönliche Begleitung der Patientinnen und Patienten umfassen, stellen Frauen die deutliche Mehrheit.

Diese Zahlen zeigen nicht nur die Realität im Gesundheitsbereich, sondern unterstreichen auch den politischen Anspruch, Frauenarbeit sichtbar zu machen und strukturell zu stärken, betont der Landeshauptmann abschließend: „Mit dem ganzjährigen burgenlandweiten Gratiskindergarten und dem Betriebskindergarten der Klinik Oberwart, der mit Herbst um eine Gruppe erweitert wird, verbessern wir ganz konkret die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Faire Einkommen wie der burgenländische Mindestlohn von derzeit 2.420 Euro netto bei Vollzeit in unserem Verantwortungsbereich – und damit auch in den Kliniken der Gesundheit Burgenland – kommen vor allem Frauen zugute. Gerade rund um den Weltfrauentag wird deutlich: Gleichberechtigung ist kein Schlagwort, sondern eine Frage der Rahmenbedingungen. Und diese Rahmenbedingungen gestalten wir aktiv.“

LH Hans Peter Doskozil, Mag. Marc Seper (KD Klinik Oberwart) und GF Mag. Franz Öller bei der Eröffnung des Betriebskindergartens