Im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Freitag zogen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Primarius Andreas Ochsenhofer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 1 – Kardiologie und Nephrologie, sowie Oberarzt Paul Vock, TAVI-Spezialist, eine erste Bilanz über die Fortschritte in der interventionellen Herzmedizin in der Klinik Oberwart. Seit Beginn der TAVI-Eingriffe vor rund einem halben Jahr wurden bereits 100 Patientinnen und Patienten behandelt. Noch für heuer werden insgesamt mehr als 140 Implantationen erwartet. Um diese Behandlungsmethode durchführen zu können, ist eine herzchirurgische Abteilung im Hintergrund erforderlich.
„Gerade in den vergangenen Wochen wurde viel über die Zukunft der Herzchirurgie gesprochen. Für mich ist entscheidend: Wir bauen hier eine umfassende Herzmedizin auf, die den Menschen im Burgenland unmittelbar zugutekommt. Die steigenden Eingriffszahlen zeigen, dass der Bedarf da ist und dass die Leistungen angenommen werden. Das ist auch eine klare Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. Unser Ziel bleibt ein starkes regionales Herzzentrum in Oberwart – mit moderner Herzchirurgie und interventioneller Kardiologie. Für uns ist klar: An der Versorgung der Menschen im Burgenland wird nicht gerüttelt“, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
„Für mich ist wohnortnahe Gesundheitsversorgung kein Schlagwort, sondern etwas, das wir mit unseren Teams in den Kliniken Tag für Tag im realen Leben für unserer Patientinnen und Patienten umsetzen. Denn wer ein gesundheitliches Problem hat, sollte zu Behandlungen, Vorsorge oder Nachbetreuung nicht auch noch lange Wege auf sich nehmen müssen“, betont Florian Schlechtleitner, CEO der Gesundheit Burgenland.
Herzbehandlungen nach neuestem Stand
Seit 2021 werden an der Kardiologie der Klinik Oberwart modernste Behandlungen nach internationalen Standards durchgeführt. Im Jahr 2025 erweiterte man das Spektrum um die Sparte „strukturelle Herzerkrankungen“, die vor allem die Behandlung von Herzklappenerkrankungen (TAVI, Mitra- und Tri-Clip, Evoque), Verschlußsysteme (PFO- und LAA-Okkluder) umfasst. Die Abteilung bedient seither alle Disziplinen der interventionellen Kardiologie. Auch im Bereich der Elektrophysiologie und Herzschrittmachertherapie gibt es viele neue Behandlungstechniken, die im letzten Jahr erfolgreich etabliert wurden. „Die
Kardiologie der Klinik Oberwart steht dem Niveau österreichischer Universitätskliniken um nichts nach!“, betont Primarius Andreas Ochsenhofer.
TAVI: Schonende Herzklappensanierung
Oberarzt Paul Vock setzt gemeinsam mit Primarius Andreas Ochsenhofer neue Maßstäbe in der interventionellen Kardiologie im Burgenland. Vock verfügt als erfahrener Spezialist mit über 4.000 TAVI-Eingriffen über eine herausragende Expertise. Er ist seit 2025 Oberarzt an der Abteilung in Oberwart und beherrscht ein breites Interventionsspektrum. „TAVI“ steht für Transkatheter-Aortenklappenimplantation (engl. Transcatheter Aortic Valve Implantation). Es handelt sich um ein minimalinvasives Verfahren zum Ersatz der Aortenklappe, das besonders für Patientinnen und Patienten über 70 Jahren oder bei Jüngeren geeignet ist, bei denen eine klassische Herzoperation zu riskant wäre. „All diese Behandlungsmöglichkeiten, die wir in der Klinik Oberwart anbieten, schaffen ein enormes Potenzial und sind lebensverbessernd und oft auch lebensrettend für die betroffenen Patientinnen und Patienten“, sagt Oberarzt Vock. „Bleibt eine verengte Aortenklappe unbehandelt, muss man mit einer Mortalität von 50 Prozent pro Jahr rechnen, das heißt, die Überlebenschance beträgt maximal zwei Jahre“, ergänzt Primarius Ochsenhofer.
Die Anzahl der kardiologischen Eingriffe insgesamt in der Klinik Oberwart steigt stetig, im Vergleich zum Vorjahr hat sie sich mehr als verdoppelt. Heuer wurden – abseits von TAVI – bereits 76 Eingriffe im Bereich struktureller Herzerkrankungen (2025: 33) durchgeführt. Bis Jahresende werden es über 100 Eingriffe und insgesamt 140 TAVIs sein.
Weitere steigende Eingriffszahlen verdeutlichen den Bedarf der herzmedizinischen Versorgung:
- 2025: 158 elektrophysiologische Eingriffe
2026: 256 elektrophysiologische Eingriffe (bis September), 2026 hochgerechnet 340
- 2024: 797 Koronarangiographien
2025: 1.145 Koronarangiographien
2026: 1.400 Koronarangiographien erwartet
- 2025: 253 Schrittmacher- und CRT-Systeme (Behandlung von Herzschwäche)
2026: rund 300 Schrittmacher-, CSP- und CRT-Systeme erwartet - 2025: 18 Implantationen von subkutanen Defibrillatoren und sondenlosen Schrittmachern
2026: Rund 60 Implantationen erwartet



